Nachdem wir die erste Nacht gut verbracht haben, ohne die Notwendigkeit, einem Hasen das Fell abzuziehen, da Mara ihn während ihrer Jagd erlegt hat, setzen wir unsere Reise fort.
Wir haben uns von Bib&Go ein Mautgerät besorgt, mit dem wir in Italien die Mautstationen einfach durchfahren können und elektronisch erfasst werden. Eine wundervolle Sache – keine Kreditkarte, kein Warten, einfach durchfahren.
Die Fahrt nach Livorno bietet wenig Spannendes, abgesehen von gelegentlich atemberaubenden Landschaftsbildern. Allerdings gibt es auch Momente der Trostlosigkeit, wenn man die komplett ausgetrockneten Flüsse sieht.
In den ersten Stunden kommen wir gut voran, die Kinder schlafen friedlich und wir können Kilometer machen. Als uns der Hunger überkommt und die Kinder aufwachen, Mara in ihrer ruhigen Art und Lynn im „Betonzerstörungsmodus“, also lauter als eine Flex mit Steinscheibe, beschließen wir, einen Parkplatz anzufahren, der mit „Autogrill“ lockt.
Fleisch! Genau das Richtige jetzt! Im Schaufenster sehen wir einen saftigen Burger abgebildet, und mein Mund läuft schon vor Vorfreude zusammen. Fleisch! Während ich mit Bella draußen warte, höre ich, wie die Tür aufgeht, und Kathi sagt: „Hier gibt es nur Süßgebäck.“
Was? Da steht „Grill“, da ist ein Burger im Schaufenster, und es gibt nur Süßgebäck? Was zur Hölle?
Ok, kann passieren. Vielleicht… nun ja, keine Ahnung. Weiter zum nächsten.
Wir fahren weiter, parken auf einem Rastplatz, Autogrill. Wieder warte ich mit Bella draußen, Kathi kommt heraus: Süßgebäck…
Ich gebe auf! Immer diese Sprachbarrieren. Warum bedeutet „Grill“ in Italien nicht dasselbe wie bei uns? Also kein Fleisch, sondern ein Schokocroissant, eine Dose Cola und weiter geht’s.
Ach, Moment, wir sollten uns überlegen, wo wir heute Nacht schlafen werden, oder?
Also frage ich Mr. Google nach einem Campingplatz in Livorno, da wir nicht direkt am Hafen schlafen möchten. Auch wenn wir uns am 01.09. um 06:30 Uhr dort einfinden müssen, da unsere Fähre um 08:00 Uhr ablegt.
Mr. Google lässt uns nicht im Stich, und bei Google bedeutet „Campingplatz“ auch Campingplatz und nicht, wie in Italien, „Grill“ Schokocroissant. Wir finden einen wunderschön gelegenen Platz am Meer, rufen kurz an, um zu fragen, ob wir reservieren können, was leider nicht möglich ist. Aber da noch viele Plätze frei sind, sollen wir einfach vorbeikommen.
Nach unserer Ankunft in Livorno fuhren wir noch kurz zum Hafen, um uns am nächsten Tag zurechtzufinden, und setzten dann unsere Fahrt zum Campingplatz fort.
Der Campingplatz „Miramare – Village Apartments Camping“ befindet sich in der Via del Littorale, 220, 57128 Livorno LI, Italien.
Hier ist der Standort auf der Karte: https://maps.app.goo.gl/jr4Yhmj8SL2DzWZz7
Die Abwicklung am Campingplatz verlief reibungslos. Es gab Wohnmobil-Stellplätze für eine Nacht, und unsere Absicht, am nächsten Tag um 05:30 Uhr aufzubrechen, stellte kein Problem dar. Wir erhielten Karten für die Duschen und die Schranke und bezogen unseren Platz. Dieser lag zwar in der Nähe der Straße, war geschottert und nicht besonders schön, aber für eine Nacht durchaus akzeptabel. Der restliche Teil des Platzes war wirklich schön, auf einem Plateau über dem Meer gelegen, bot er eine atemberaubende Aussicht. Der Strand war über eine Treppe erreichbar und ebenfalls sehr schön.

Wenn man länger als eine Nacht bleibt, stehen einem auch wirklich schöne Stellplätze zur Verfügung.
Allerdings war dieser Platz nicht besonders preiswert, da wir etwa 40 Euro für eine Nacht bezahlt haben.
Da niemand von uns Lust zum Kochen hatte, beschlossen wir, das Restaurant des Campingplatzes zu besuchen. Die App „DeepL“ half uns bei der Speisekarte, da wir des Italienischen nicht mächtig sind. Diese App sollte sich im Urlaub noch oft als nützlich erweisen 🙂
Das Essen war ausgezeichnet, auch wenn ich mir bei meinem Gericht nicht sicher war, ob es aufgrund seiner Größe nicht eine Vorspeise war und versehentlich unter den Hauptgerichten einsortiert wurde.
Nach dem Essen besuchten wir kurz den Strand und gingen dann schlafen. (Das klingt immer so einfach, aber tatsächlich mussten wir zunächst alles vom Heckbett – erinnert ihr euch an das Tetris-Spiel? – nach vorne verlagern, um ein freies Bett zu haben).

Am nächsten Morgen standen wir um 04:45 Uhr auf, so dass wir um 05:30 Uhr abfahren konnten. Es wurde schließlich 05:36 Uhr, und wir waren beeindruckt, dass wir nur 6 Minuten später als geplant losfuhren. Vielleicht sollte die Deutsche Bahn uns einen Beraterjob für ihr Zeitmanagement anbieten? 🙂
Nachdem wir an der Fähre angekommen waren, gestaltete sich alles äußerst unkompliziert. Wir reihten uns in die Warteschlange ein, warteten, fuhren schließlich auf die Fähre auf, verließen unser Fahrzeug und begaben uns nach oben. (Hier ist ein kleiner Tipp: Merkt euch gut, auf welchem Deck ihr euer Auto geparkt habt, das erleichtert die Wiederfindung enorm… nicht dass wir das nicht selbst schon einmal vergessen hätten :-D)

Die Fähre erwies sich als eine eigene Welt für sich. Wir hatten eine Kabine dazu gebucht, da wir dachten, dass es mit Kindern und Hund angenehmer sein würde, als in den großen Aufenthaltsräumen zu sitzen. (Wir haben bei Mobylines gebucht.) Die Kabine war überraschend geräumig mit Platz für vier Betten und einem großzügigen Badezimmer, das zudem sauber war. Allerdings funktionierte die Toilettenspülung nicht. (Hier ist ein kleiner Tipp: Überprüft immer zuerst die Spülung, bevor ihr die Toilette benutzt.)
Nachdem Kathi und ich uns geduscht hatten (am Morgen auf dem Campingplatz war einfach keine Zeit), entschieden wir uns, noch eine Weile auszuruhen. Lynn war ebenfalls einverstanden, doch Mara hatte andere Pläne.
Da der Wellengang nicht gerade sanft war und die Kabine ziemlich schaukelte, stellte Kathi fest, dass sie nicht unbedingt seetauglich war. Bei mir war zunächst alles in Ordnung, bis Mara beschloss, auf mir herumzuspringen.
Das war schließlich zu viel für mich, und so besuchten wir das Deck, wo die Schiffsbewegungen kaum noch spürbar waren. Vielleicht lag es auch an der frischen Luft – wer kann das schon genau sagen.

Wir würden auf jeden Fall immer wieder eine Kabine buchen, denn auf dem Weg zum Deck kamen wir durch die Aufenthaltsräume. Diese befanden sich in der Nähe der Toiletten und rochen wirklich furchtbar! Geld dafür zu verlangen, erscheint wirklich unverschämt!
Nach etwa 4,5 Stunden erreichten wir Bastia auf Korsika. Aufmerksamen Lesern dürfte auffallen, dass die Rückkehr zu unserem Auto etwas knifflig werden könnte. Wo hatten wir es gleich nochmal geparkt?
Obwohl wir weder des Französischen noch des Italienischen mächtig waren, konnten wir dennoch entziffern, dass einige Leute zuerst auf das unterste Parkdeck fahren durften. Wir vermuteten, dass es sich dabei um Fahrzeuge mit größerem Platzbedarf handelte. Also folgten wir einfach der Menge nach unten und siehe da, unser Camper stand auf diesem Deck zwischen den anderen Fahrzeugen.
Der Rest ist schnell erzählt: Wir verließen die Fähre und machten uns sofort auf die Suche nach einem McDonald’s, da wir hungrig waren. Leider gab es keinen in der Nähe, aber wir entdeckten stattdessen einen Burger King. Also auf zu Burger King, um etwas zu essen und die Zeit zu nutzen, um einen Campingplatz für die kommende Nacht zu finden.
Bilder unserer Reise findet ihr auf Insta unter:
https://www.instagram.com/badenwomo/